
Rebhuhn Vogel des Jahres
10 Dezember, 2025
Rebhuhn Vogel des Jahres
10 Dezember, 2025
Homo Plasticus
Ertrinken wir irgendwann in Plastik - ohne es zu merken?
Die Menge an Plastik, die wir in Egestorfer Haushalten täglich verbrauchen war in den letzten Monaten bereits zwei mal alltäglich sichtbar, weil die Abfuhr nicht geklappt hat. Das ist bedauerlich und man mag hoffen, das dies nicht zur Gewohnheit wird, aber sie macht immerhin eines deutlich.
Unser Tägliches Leben ist kaum noch so zu gestalten, dass wir ohne Plastik leben könnten.
Das Versprechen auf den Verpackungen mit dem netten Kreislaufsymbol, das wissen wir längst, ist mehr als nur hohl, denn der größte Teil des Kunststoffmülls landet auf riesigen Müllhalden, in den Entwicklungsländern und in unfassbaren Mengen in den Ozeanen.

Doch die Verschmutzung hat, wie Forschungen in den letzten Jahren immer detaillierter bestätigen, derart weitreichende Dimensionen angenommen, dass es höchste Zeit ist die Reißleine zu ziehen und dringend zu handeln. Angesichts der aktuellen Prognosen der Kunststoff-Industrie, welche von einer Verdreifachung der Kunststoffproduktion bis 2040 ausgeht, müssten wir eigentlich weltweit Millionenfach auf die Straße gehen und so lange STOP rufen, bis die Politik endlich reagiert.
Denn Plastik findet sich nicht nur in Flüssen und Meeren, auf dem Acker, Im Gemüse, im Fleisch, im Trinkwasser und in der Luft. Es befindet sich bereits in all unseren Geweben. Da ist kein Organ verschont. Nicht nur Lunge, Darm, Leber und Niere auch im Gehirn und sogar in der Plazenta, dem Fruchtwasser und dem Stuhl neugeborener Säuglinge findet sich Plastik in Körperzellen eingelagert
Wären sie nichts als ein Element auf der Reise durch den Darm, müssten wir uns keine Sorgen machen, aber leider werden Sie wie Nährstoffe aus dem Darm resorbiert und reichern sich als Nanopartikel über den Kreislauf in allen möglichen Zellen und Organen an und bilden neuesten wissenschaftlichen Studien zufolge nachweislich Tumoreinheiten. Die Wissenschaftler gehen inzwischen sicher davon aus, dass der Gebrauch von Plastik in zunehmendem Umfang eine der Haupt-Ursachen für Krebserkrankungen sein wird.
Vielleicht geht es Ihnen an diesem Punkt wie mir und sehen darin ein alarmierendes Zeichen, das Grund genug ist, unser Verhältnis zu einem unbedenklichen Umgang mit Plastik im Alltag zu überprüfen und zu verändern.
Wer sich intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, mag sich in der ARTE-Mediathek folgende Dokumentation anschauen:
HOMO PLASTICUS - DAS PLASTIK IN UNS
Und wer Interesse hat, zu erfahren was wir ganz individuell tun können, um unseren Plastik-Konsum zu reduzieren und was notwendig ist um eine Plastik-Wende zu erreichen, dem seien folgende Links ans Herz gelegt. weitere Links:
Exit Plastik - ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen bei dem Sie umfangreiche Informationen zum Thema finden
Übrigens: "Plastik im Alltag zu reduzieren, ist gar nicht so schwer!"
Mit ein paar kleinen, realistischen Änderungen kann man schon viel bewirken. Hier sind ein paar Tipps, wie sich das in verschiedenen Bereichen eures Lebens umsetzen läßt.
Einkaufen & Lebensmittel:
- Statt Einwegplastik kann man ganz einfach auf Mehrweg setzen. Stoffbeutel, Obst- und Gemüsenetze oder Brotbeutel sind super Alternativen. Probier doch mal, unverpackt oder lose einzukaufen, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt. Achte außerdem darauf, Glas-, Papier- oder Metallverpackungen zu bevorzugen, wenn möglich. Großpackungen sind auch eine tolle Möglichkeit, Verpackungsmüll zu reduzieren. Und wenn euer Leitungswasser gut trinkbar ist, könnt ihr natürlich auch darauf umsteigen und Plastikflaschen weglassen.
- Und fragt beim Filialleiter des Marktes nach unverpackten Produkten.
Küche & Haushalt:
- In der Küche und im Haushalt gibt es viele plastikfreie Alternativen. Statt Plastikdosen könnt ihr Glas- oder Edelstahlboxen verwenden. Frischhaltefolie könnt ihr durch Bienenwachstücher oder Teller ersetzen. Holz- oder Bambusutensilien sind eine schöne und nachhaltige Alternative zu Plastikbesteck. Für die Spüle eignen sich Spülbürsten aus Holz und Lappen besser als Einwegschwämme. Und wenn man Reinigungsmittel braucht, kann man nachfüllbare Produkte kaufen oder sie einfach selbst herstellen. Statt Folien kann man Wachspapier oder Wachstücher nutzen.
Bad & Körperpflege:
- Auch im Bad und bei der Körperpflege gibt es viele Möglichkeiten, Plastik zu vermeiden. Feste Seife und festes Shampoo sind meist ohne Plastikverpackung erhältlich und eine tolle Alternative zu Flüssigseife und Shampooflaschen. Achte darauf dass die Produkte kein Mikroplastik enthalten. Wattestäbchen mit Papierstiel sind eine umweltfreundlichere Wahl als solche mit Plastikstiel. Statt Einwegrasierern könnt ihr einen Rasierhobel verwenden. Und viele Produkte, wie zum Beispiel Deo und Seife, gibt es auch als wiederbefüllbare Variante.
Kleidung & Schule/Freizeit:
- Auch beim Thema Kleidung und Freizeit gibt es einiges zu beachten. Achte beim Kauf neuer Kleidung auf nachhaltige Materialien und faire Produktion. Kauft second-hand oder tauscht Kleidung mit Freunden. So könnt ihr nicht nur Plastik sparen, sondern auch noch Geld und Ressourcen.
Mit diesen kleinen Tipps kann man schon viel für die Umwelt tun und den Alltag plastikfreier gestalten. Viel Erfolg!
- Ein allgemeiner Tipp: Perfektion ist nicht das Ziel – jeder kleine Schritt zählt! Frag dich vor dem Kauf einfach mal: Brauche ich das wirklich? Und gibt es das auch in Naturmaterialien?

