
Homo plasticus
23 November, 2025
Stunde der Wintervögel
7 Januar, 2026
Homo plasticus
23 November, 2025
Stunde der Wintervögel
7 Januar, 2026
Das Rebhuhn (Perdix perdix)
ist ein Bewohner von Steppen- und Heidelandschaften und in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch.
Doch ist das noch so? In der deutschen Agrarlandschaft gehörten Rebhühner in meiner Kindheit (also vor ca. 60 Jahren) noch zum gewöhnlichen Landschaftsbild.
Heute gehört der vom Nabu zum Vogel des Jahres gewählte Hühnervogel leider eher zu den Raritäten. Seit den 80-Jahren haben sich die Bestände dieser sehr sozialen Vögel um ganze 87% verringert.
Eine erschreckende Entwicklung. Doch was bräuchte es um die Population wieder zu stärken?

Der wesentlichste Grund für den Rückgang ist die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit verbundene Verlust von Hecken, Feldrainen und Brachen. Auch der umfangreiche Pestizid-Einsatz trägt dazu bei den Lebensraum und die Nahrungsgrundlagen (besonders für Küken) zu zerstören.
Vorkommen in Niedersachsen und der Lüneburger Heide
Das Rebhuhn kommt in Niedersachsen inzwischen nur noch selten vor — im Landesdurchschnitt lag die Brutpaardichte 2019 bei etwa 0,27 Paaren je Quadratkilometer Offenland. wildtiermanagement.com+1
Zehn Jahre zuvor (2009) lag der Wert noch bei ca. 0,74 Paaren/km² — der Rückgang ist also deutlich. wildtiermanagement.com+1

Zwar gab es Mitte der 2010er/2020er Jahre einen leichten positiven Trend in einigen Regionen Niedersachsens (z. B. + 11 % im Jahr 2020 gegenüber Vorjahr). ljn.de+1
Dennoch ist der Bestand insgesamt sehr niedrig — das Rebhuhn zählt zu den Arten mit einem „ungünstigen Erhaltungszustand“. Die Lüneburger Heide zählt dabei noch zu den Regionen, in denen das Rebhuhn früher relativ häufig vorkam, doch das war einmal. Im Vergleich zu früher sind die Rebhuhnbesätze hier heute sehr gering — strukturelle Veränderungen der Landschaft haben der Art stark zugesetzt.
Warum es dem Rebhuhn in der Heide schwerfällt
Das Rebhuhn braucht eine mosaikartige Landschaft mit Ackerflächen, Wiesen, Brachen, Feldrainen und Hecken als Deckung und Rückzugsmöglichkeiten. Insektenreiche Brut- und Aufwuchshabitate, die vor allem wichtig für die Aufzucht und Ernährung der Küken sind Deutsche Wildtier Stiftung+1

Diese Bedingungen sind in der modernen Landwirtschaft seltener geworden: Monokulturen, intensive Bewirtschaftung, Pestizide, Wegfall von Hecken und Brachen — all das macht den Lebensraum für das Rebhuhn heute unattraktiv bis lebensfeindlich. rebhuhn-retten.de+2wildtiermanagement.com+2
Darüber hinaus steigt die Gefahr durch Prädatoren — ohne ausreichend Deckung sind Gelege und Küken besonders gefährdet. wildtiermanagement.com+1
Bedeutung und Hinweise auf die Situation
Das Rebhuhn gilt als wichtiger Indikator für eine artenreiche, naturnahe Agrar- und Kulturlandschaft. Wo es noch vorkommt, deutet das auf relativ intakte Strukturen hin. NABU|naturgucker+1
Der dramatische Rückgang vieler solcher Arten — nicht nur des Rebhuhns, sondern auch anderer Feldvogelarten, des Feldhasen, von vielen Insekten und zahlreichen Ackerwildkräutern — stehen zugleich für den Verlust biologischer Vielfalt. rebhuhn-retten.de+1
Immer wieder werden Schutzmaßnahmen gefordert und umgesetzt — z. B. mehr Struktur in der Agrarlandschaft, Förderung von Blühflächen, Hecken und ungespritzten Saumstreifen. wildtiermanagement.com+2Lünerburger Heide+2
Fazit — Hoffnung durch Naturschutz
- aber die Lage bleibt kritisch
Das Rebhuhn ist auch in der Lüneburger Heide nur noch selten und mit deutlich geringeren Beständen anzutreffen als früher. Die grundlegenden Umweltveränderungen der letzten Jahrzehnte — vor allem intensive Landwirtschaft und Landschaftsvereinfachung — haben seine Existenz stark gefährdet.
Dennoch zeigen regionale Schutz- und Wiederansiedlungsbemühungen vereinzelt Erfolge — sofern ausreichend Lebensraum mit Deckung, Nahrung und Strukturen erhalten bzw. neu geschaffen werden.
Mit etwas Glück und Unterstützung könnten solche Maßnahmen dazu beitragen, dass das Rebhuhn in der Heide noch eine Zukunft hat.
Wir alle sind aufgerufen,
ganz gleich welche Rolle wir in unserer Gemeinde einnehmen, uns wo immer möglich für den Erhalt der Arten einzusetzen. Dem Rebhuhn Lebensraum zu schaffen könnte ein Anfang sein, an dem sich besonders Landwirte und die Gemeinde beteiligen könnten.
Wie es geht zeigen die folgenden Videos…
Weitere Informationen finden sich auch auf der Seite des
NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.+2rebhuhn-retten.de+2
Was können wir vor Ort tun?
ist eine Kooperation von Landwirten, Jägern, der Gemeinde, dem Wildpark in Niendorf, dem NABU, dem VNP und/oder der Rebhuhn-Aufzuchtstation im Wendland möglich um die Populationsdichte in unserer Region wieder zu erhöhen?
Wer Interesse hat sich für das Rebhuhn zu engagieren mag sich gern bei uns melden. Wir sind bereit Interessengruppen miteinander zu verbinden.


