Das Gartenjahr beginnt im Januar
18 Januar, 2026
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Ab in die Tonne und dann?

Oh mein Gott ewig diese Mengen an Plastikmüll. Geht es Ihnen auch gelegentlich so, dass Sie das Gefühl haben im Plastikmüll zu "ersticken"? Mag sein, dass es nicht ganz so schlimm ist, aber der täglich anfallende Plastikmüll scheint permanent zuzunehmen.

 

Es ist gewiss nett, dass wir seit der Einführung der Gelben Tonne in diesem Jahr die Menge an Plastikmüll nicht mehr ganz so offensichtlich an der Straße zur Abholung präsentiert bekommen. Aber ob die Menge dadurch „schrumpft“, mag zu bezweifeln sein. Man fragt sich ohnehin, wie die Mengen jetzt plötzlich in eine im Vergleich so kleine Tonne passen sollen?

Wird es dann, wenn man es in der Tonne verpresst hat, nicht etwas schwierig, es anschließend zu sortieren, um es recyceln zu können oder stimmt es, dass unsere ganze Mühe mit der Mülltrennung nutzlos ist, weil ohnehin kaum etwas recycelt wird?

Autor: Peter Mohr

Gelbe_Tonne_quilt_ueber
Wieder nicht abgeholt
Doch das allein ist nicht das Problem. Überlegt man sich wie viel Plastikmüll allein in Egestorf alle zwei Wochen abgeholt wird und wie man sieht reichen die Tonnen oft nicht aus, um den ganzen anfallenden Müll loszuwerden, dann ist es vielleicht an der Zeit darüber nachzudenken, dass es etwas zu verändern gibt.

Denn Plastik ist nicht nur in unserem Alltag allgegenwärtig, es ist inzwischen bis in den letzten Winkel unseres Planeten und all unsere Körperzellen vorgedrungen.

 

Die Industrie verspricht bis 2050 klimaneutral werden zu wollen - und stützt sich dabei auf neue Recyclingverfahren. 

Doch erscheint es bei näherer Betrachtung äußerst zweifelhaft zu sein, dass dies auch nur im Ansatz gelingen könnte. 

Ebenso wie das ursprüngliche Versprechen des umfassenden Recyclings mittels Wertstofftrennung in äußerst geringem Umfang realisiert wurde, bezweifeln Umweltschutzorganisationen, dass das so genannte Chemische Recycling zu besseren Ergebnissen führen wird. 

Eine gigantische Recylinglüge

Deutschland genießt weltweit den Ruf, ein Vorreiter im Recycling zu sein. Während nur etwa 14 % der Plastikverpackungen weltweit recycelt werden, liegt die Recyclingquote in Deutschland bei beeindruckenden 45 %.  Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass diese Zahl das deutsche Recyclingsystem nicht ganz korrekt widerspiegelt, um es freundlich auszudrücken. 

Zwar werden 45 % des gesamten Kunststoffmülls gesammelt und an Recyclingunternehmen übergeben.  Nur 16 % der anfallenden Post-Consumer Kunststoffe werden jedoch tatsächlich wiederverwertet

Was passiert also mit dem restlichen gesammelten Müll?

  • - 67 % landen in der Müllverbrennung
  • - 14 % werden exportiert.

 

Plastikproduktion
Einfach weiter so…?
Das dürfte selbst angesichts der bereits weltweiten Plastikverschmutzung keine Lösung sein. Der gesunde Menschenverstand würde möglichst laut und konsequent ein sofortiges Ende der Plastikproduktion fordern. Leider fragt man sich wo der geblieben ist, denn weder hört man ein allgegenwärtiges "STOP" noch scheint irgendjemand in der Politik auf diese Erkenntnisse zu reagieren. Im Gegenteil, die Industrie geht von einem verdreifachten Wachstum der Plastikproduktion bis 2060 aus. Das dieses Geschäft auf der klimaschädlichen Verarbeitung von Rohöl basiert lässt vermuten wer sich diese Zukunft ausmalt.
 

Die Auswirkungen in Bezug auf unsere unmittelbare Umwelt

…sind aktuell im Rahmen eines Egestorfer Naturschutzprojektes deutlich geworden

Bereits im letzten Jahr hat es eine Initiative zur Rettung der Amphibien gegeben, die jährlich zu den Fischteichen am unteren Sudermühler Weg wandern um dort zu laichen. 
Diese Aktion zu wiederholen ist, wie bereits im Kalender mit einem
Termin für ein Vorbereitungstreffen angekündigt, in Planung. 

Doch leider begegnet uns das Thema Plastik mit seinen gesundheitlichen Auswirkungen auch hier. 

Um eine Infektionsgefahr durch den sogenannten BSAL Erreger (ein Pilz der lebensgefährlich für die Amphibien werden kann) zu vermeiden, stellte sich die Frage, wie dies am effektivsten gewährleistet werden kann. Daher wurden Plastik-Handschuhe in Erwägung gezogen. 

Doch wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte, ist dies ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken für die Amphibien verbunden. Denn durch die Physiologie der Amphibien, die eine sehr offenporige Haut besitzen, über die Sie auch atmen und Mineralien aufnehmen können, sind sie gegenüber Umweltgiften sehr empfindlich. 

Da selbst die bisher für wenig gesundheitsgefährdend geltenden Nitrilhandschuhe neuesten Studien zufolge  zur Aufnahme von Acrylnitril-Nanoplastik führt und bei Amphibien zu komplexen gesundheitlichen Schäden führen kann, sehen wir uns hier ganz konkret mit den Auswirkungen unseres Plastikkonsums konfrontiert. 

An einer Lösung wird aktuell mit Hochdruck gearbeitet. Dieses Beispiel verdeutlicht aber, wie nah und umfassend bereits die Auswirkungen unseres allgegenwärtigen Plastik-Gebrauchs ist. 
Und selbst die bisher als am wenigsten bedenklichen Plastikarten, erscheinen zunehmend fragwürdig im Gebrauch zu sein. 

 

 

Gibt es noch eine Möglichkeit der  Plastikflut und -Belastung für Mensch und Natur zu entkommen?

Was würde das Egestorfer Urgestein und Vater des Naturparks, Pastor Bode zu unserem Umgang mit uns und der Natur sagen. 

"Möglichkeiten gibt es immer, man muss sie nur ergreifen."  

 Das wäre angesichts all der Projekte die er angeregt und realisiert hat, gewiss der Tenor seiner Antwort gewesen. Doch wie antworten wir als Betroffene in einer Epoche allergrößter Herausforderungen auf diese Frage. 

Ich meine uns bleiben nur zwei Möglichkeiten. Die Erste wäre die Resignation in der wir alles so geschehen lassen wie es aktuell passiert und erwarten ein mehr oder weniger absehbares Ende. Die zweite Möglichkeit verlangt mehr Mut und den Willen nicht nur zu klagen, sondern aktiv zu handeln. 

Ganz konkret fängt man am besten an einem Punkt an, an dem man die Handlungshoheit besitzt und das bedeutet, wir schauen uns unseren Alltag, unseren Haushalt, die Gegenstände mit denen wir täglich umgehen mit wissenden Augen an und tun so viel wie in unserer Macht liegt. Dazu kann es gehören, Plastik möglichst aus unserem Alltag zu verbannen. 

Denn besonders betroffen sind folgende Generationen, Säuglinge und Kinder, die unseren Schutz brauchen, denn Sie haben noch ein hoffentlich langes Leben vor sich. 

Und wie sieht es bei uns im Ort mit den Möglichkeiten aus, plastikfrei einkaufen zu können?

 

Ein Besuch bei dem größten örtlichen Lebensmittel-Supermarkt ist leider ernüchternd, wenn nicht enttäuschend. 

So verspricht Netto auf seiner Webseite,  ein Ort mit regionalen Spezialitäten zu sein und präsentiert Bilder von unverpacktem Gemüse und Fleisch, das  ein Bio-Label trägt und angeblich in weniger Plastik verpackt sein soll. Zudem gäbe es bis zu 1000 Naturkosmetik Artikel und das alles zu unschlagbar günstigen Preisen. 

 

Die Realität sieht dann doch nicht ganz so rosig aus. Bis auf wenige Gemüse und Früchte sind alle Artikel in Plastik verpackt und das gilt fast ausnahmslos selbst für Bio-Artikel. Regionale Produkte gibt es, aber in einem sehr geringen Umfang.  

Netto scheint sich zwar Gedanken und auch etwas Mühe gemacht zu haben, den Plastikanteil an Verpackungen, besonders bei Eigenmarken, zu reduzieren, aber die Menge des Plastikmülls bleibt selbst bei der Wahl von Bio-Artikeln immer noch erheblich.

Greenwashing statt ernsthaft ökologisch und verantwortungsvoll

1%

Der Waren bei NETTO sind wirklich plastikfrei


Das ist zwar nur geschätzt, aber geht man einmal gezielt durch den Markt, um eindeutig plastikfreie Waren zu finden, dann sind es ausgesprochen wenige. Netto rühmt sich aber schon mit geringeren Plastikanteilen und damit, dass einige wenige Produkte direkt vermarktet werden, aber selbst bei Bioprodukten finden sich kaum Waren, die ohne Plastik in der Verpackung auskommen.
"Beim Trinken aus Plastikflaschen nehmen wir Nanoplastik auf, da sich winzige Partikel (oft 90 % Nanoplastik) lösen können, die durch Reibung, Hitze oder den Abfüllprozess freigegeben werden; neue, empfindlichere Messmethoden zeigen Mengen von Hunderttausenden Partikeln pro Liter an, was Experten beunruhigt, auch wenn die langfristigen Gesundheitsfolgen noch unklar sind, weshalb Experten zu Leitungswasser oder Alternativen wie Glasflaschen raten."

ChatGpt

"Die Welt gestaltet sich durch uns, ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist wie…"


Besonders eindeutig ist die Aufnahme von Nano-Partikeln durch Plastikflaschen


mehr als die Hälfte aller angebotenen Getränke sind in Plastik verpackt. Nicht nur die Flasche sondern auch die six-Pack Verpackung ist aus Plastik. Eine aktuelle Studie der Columbia Universität fand heraus, dass wir durchschnittlich 240.000 Partikel Nanoplastik pro Liter aufnehmen.

Wenn Sie die Gefahren von Nanoplastik detailierter verstehen möchten, weisen wir auf unseren Beitrag "Homo-Plasticus" hin. Daher Mehrweg-Glas - statt Einweg-Plastik!!

Ihre Egestorfer-Umweltbrief-Redaktion