Unser Dorf soll sauber werden

Am Samstag den 11.4.2026 räumt Egestorf auf!

Das ist wie jedes Jahr aufs Neue ein Ausdruck dafür, dass wir uns eine schöne und saubere Umwelt wünschen. Und wir Egestorfer legen darauf großen Wert. 

Es ist ein großartiger Ausdruck dafür, dass wir unsere Beziehung und unser Verhältnis zur Natur ernst nehmen. 

Allein die Tatsache, dass die eigentliche Verschmutzung sich unseren Augen entzieht, könnte uns bei allem Bemühen sehr nachdenklich stimmen. 

Denn die wahre Verschmutzung, ja die schleichende und sich fortschreitend entwickelnde Lebensgefahr durch Plastik, macht sich im Unsichtbaren breit. Und das scheint nicht übertrieben zu sein.

Plastik, so praktisch es sich anmutet, so verhängnisvoll ist doch seine Wirkung. Denn alles, was wir inzwischen über die Wirkungen von Nano-Plastik in Bezug auf die Umwelt, ja den gesamten Planeten und nicht zuletzt jede einzelne Zelle unseres Körpers und sogar des ungeborenen Lebens wissen, ist mehr als alarmierend. 

Vielleicht ist es Zeit, den Mut aufzubringen und einer Utopie Raum zu geben, die nicht nur sauberer, sondern auch lebendiger und schöner ist. Vielleicht hast du Lust, mitzumachen bei dieser utopischen Aktion: 

Unser Dorf soll plastikfrei werden!

Mit diesen zehn Tipps

könnt Ihr euren Plastikverbrauch ganz einfach reduzieren und einen positiven Beitrag für die Umwelt leisten.

Wir Egestorfer sind ja schon auf einem guten Weg! Das Bewusstsein für die Herausforderungen die durch Plastik entstehen, ist der erste Schritt zu einem nachhaltigeren Leben.

1. Achtsam einkaufen und Plastikverpackungen vermeiden. Viele Plastikverpackungen für Lebensmittel und andere Produkte sind überflüssig und dienen nur der besseren Lagerung und dem Transport. Hier können wir am direktesten ansetzen und unseren Plastikverbrauch deutlich reduzieren.

2. Kaufe möglichst unverpackt ein: Obst und Gemüse gibt es in vielen Supermärkten lose und auf dem Markt sowieso. Legen wir es direkt in den Einkaufskorb oder in Mehrwegtaschen. Käse können wir uns an der Frischetheke oder am Marktstand in eigene Behälter füllen lassen. Brot bekommen wir beim Bäcker ohne Plastikverpackung. Und nervt die Supermärkte gern mit Beschwerden über den wahnwitzigen Plastikmüllberg, den sie produziert, in dem sie keine Alternativen anbieten. 

Unverpackt-Läden sind echt super! Da gibt’s Nudeln, Gewürze, Waschmittel und Kosmetika in eigenen Behältern. Oft sind die Sachen nicht mal teurer und motivieren einen, plastikfrei zu leben.  Zero-Waste-Onlineshops sind auch klasse, die versenden klimaneutral und benutzen nachhaltige Verpackungen.  Denkt dran, immer einen Korb, Rucksack oder eine Tasche mitzubringen – Plastiktüten sind nicht nur teuer, sondern auch überflüssig.

3. Kauft doch mal regional auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen ein! Nehmt Produkte in eigenen Behältern, Papiertüten oder einfach in ihrer Naturverpackung mit.  Ein Gemüse-Abo ist auch super bequem.  Regional zu genießen spart Energie, weil die Produkte nicht so lange gelagert oder transportiert werden müssen.

4. Habt ihr euch schon mal überlegt, wie viele Produkte in Bad und Putzregal in Plastik verpackt sind? Viele davon enthalten Mikroplastik, das nicht nur in den Abfluss gelangt, sondern auch als Nanoplastik über die Haut resorbiert werden kann.  Da kann man was ändern!

Überlege mal, ob Du wirklich so viele verschiedene Cremes, Shampoos, Kosmetika und Reinigungsmittel brauchst.  Es kann total befreiend sein, die Anzahl der Produkte in der Familie zu reduzieren.  Achte beim Kauf auf natürliche Inhaltsstoffe und Mikroplastikfreiheit – so tust Du etwas Gutes für dich und die Umwelt.  Großpackungen, Nachfüllpackungen oder konzentrierte Reinigungsmittel sind super, um Abfall zu reduzieren.  

Und hey, Einkaufen in Unverpackt-Läden kann echt Spaß machen!  Oder wie wäre es, Seife, Kosmetika und Putzmittel selbst herzustellen?  Das ist nicht nur kreativ, sondern auch umweltfreundlich.  Auch bei Windeln, Hygieneartikeln und anderen Produkten gibt es tolle Mehrweg-Alternativen. 

5. Und jetzt zu unserer Küche und anderen Orten: Machen wir sie zur plastikfreien Zone!  Küchenutensilien und Gebrauchsgegenstände aus nachhaltigen Materialien wie Glas, Holz oder Bambus sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch langlebiger. 

Und wer sagt denn, dass man Gegenstände nicht wiederverwenden kann?  Aus einem alten Glas wird zum Beispiel ein schicker Stiftehalter oder eine Geschenkverpackung – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

6. Plastikfreies Spielzeug ist von besonderer Bedeutung, denn das Ausmass in dem Kinder mit Plastik konfrontiert und kontaminieret werden, ist fast erschreckend. Umweltfreundliche Spielzeuge, Windeln und Kleidung sind die bessere Wahl, da es aus natürlichen Materialien hergestellt wird. 

Achtet dabei auf Langlebigkeit und schaut, dass es möglichst gar nicht oder schadstoffrei behandelt ist.  Und verzichtet auf  den unsinnigen Müll aus Überraschungseiern oder Zeitschriftenbeilagen.  

Statt billiger Spielzeuge könnt ihr auch mal über nachhaltige Alternativen nachdenken, wie zum Beispiel Blumensamen, Tomatenpflanzen, Holzperlen zum Basteln und selbstgebasteltes Spielzeug. Oft wird es von den Kindern mit größerer Begeisterung angenommen. Und sie zum Beispiel beim Kochen und Backen beteiligen, macht ihnen sehr häufig Freude.

7. Seit 2021 sind Plastikbesteck, Wattestäbchen, Teller und Trinkhalme aus Einwegplastik in der EU verboten.  Andere Einwegprodukte müssen besonders gekennzeichnet sein, damit wir alle besser informiert sind.  Und seit 2023 müssen Betriebe mit Speisen und Getränken „to go“ Mehrwegverpackungen anbieten.  Das ist super, denn so gibt es immer mehr nachhaltige Alternativen, wie zum Beispiel kompostierbare Verpackungen.  Doch leider sind es noch viel zu wenige!

Noch besser sind natürlich Pfandsysteme oder wenn ihr einfach eure eigenen Behältnisse mitbringt für Kaffee, Kuchen, Salat, Suppe und Co. – so spart ihr gleich noch mehr Plastik!

Für unterwegs ist es super, die Verpflegung zu Hause vorzubereiten.  Verwendbare Plastikfreie Lunchboxen und Trinkflaschen sind da echt praktisch.  Und Bienenwachstücher kann man ja auch selbst machen, um Lebensmittel frisch zu halten und gleichzeitig was Gutes für die Umwelt zu tun.

7. Alte Handys kann man wunderbar weiterverwenden.  Achtet einfach auf Nachhaltigkeitsstandards der Hersteller und sucht euch gute Anbieter.  Vielleicht findet ihr ja auch ein gebrauchtes Smartphone im Bekanntenkreis oder im Internet.  So spart ihr Plastik, Elektroschrott und Rohstoffe – und habt vielleicht sogar ein Schnäppchen gemacht!

8. Feiern ohne Plastik ist total angesagt!  Ob Kindergeburtstag, Schulabschluss oder Familienfeier –  es gibt so viele Möglichkeiten, ohne Umweltschäden zu feiern.  Verzichtet einfach auf Einweggeschirr, Wegwerfdeko und Co.  Bittet eure Gäste, eigenes Porzellan mitzubringen, oder fragt in der Nachbarschaft oder beim Partyservice nach.

9. Und für die Deko:  Lasst eurer Kreativität freien Lauf!  Selbst gebastelte Laternen als Windlichter, Wimpelketten aus Stoffresten oder alte CDs als Disko-Lichter –  da ist für jeden Geschmack was dabei.  So wird die Feier nicht nur schön, sondern auch nachhaltig!

Geschenkpapier ist oft nicht recycelbar, aber keine Sorge! Gestalten Sie doch einfach Ihr eigenes mit Kartoffeldruck, verwenden Sie Zeitungspapier oder wiederverwendbare Geschenkbeutel. So wird das Verpacken zum kreativen Erlebnis und ist gleichzeitig umweltfreundlich.

Auch bei den Geschenken könnt ihr auf Nachhaltigkeit setzen. Viele Menschen haben schon genug materielle Dinge. Kinder und Jugendliche wünschen sich oft ökologisch wertvolle Alternativen.  Besondere Erlebnisse, Neues ausprobieren oder gemeinsame Zeit schaffen schöne Erinnerungen – besonders für Erwachsene und ältere Jugendliche.

10. Apropos Kleidung: Es ist nicht schwer beim Kauf auf plastikfreie Optionen zu achten. Viele Kleidungsstücke bestehen aus Kunstfasern, die nicht nur beim Waschen feine Kunststoffpartikel ins Abwasser und die Umwelt abgeben. Kleidung, die nicht mehr getragen wird, ist außerdem schwer zu recyceln. Kinder und Jugendliche brauchen oft neue Kleidung, da sie wachsen und ihr Geschmack sich ändert.  Achte daher auf Naturfasern wie Baumwolle, Wolle und Leinen – am besten in Bio-Qualität.  Überlege ob Sie wirklich so viel neue Kleidung brauchen. Vermeide Fast-Fashion von Billigketten. Diese hält oft nicht lange, enthält viele Kunstfasern und wird unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt.  

Für das gleiche Geld bekommst Du auf Kinderflohmärkten, bei Kleidertauschpartys, in Second-Hand-Läden oder auf Second-Hand-Portalen gute gebrauchte Kleidung. So kannst du deinen eignen kreativen Stil entwickeln und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun.

Wenn ihr mehr über die Risiken für Mensch und Umwelt durch Plastik erfahren möchtet, empfehlen wir unseren Beitrag "HOMO-PLASTICUS"

Ertrinken wir irgendwann in Plastik 
 - ohne es zu merken?

1 Comment

  1. […] sich dafür interessiert, was man ganz praktisch im Alltag verändern kann dem sei folgender Beitrag „Unser Dorf soll sauber werden“.   […]

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