Kleine Partikel, große Wirkungen: Reifenabrieb in Deutschland
In Deutschland fallen jedes Jahr zwischen 60.000 und 140.000 Tonnen Reifenabrieb an. EU-weit sind es bis zu 1,3 Millionen Tonnen, wobei die kleinsten Partikel in den Nanometerbereich gelangen – kleiner als ein menschliches Haar. Diese winzigen Partikel sind besorgniserregend, denn sie können über die Atemwege in unseren Blutkreislauf und sogar zu ungeborenen Kindern gelangen.
Doch nicht alle Autos verursachen den gleichen Abrieb. Das Gewicht des Fahrzeugs ist ein entscheidender Faktor. Schwere SUVs und Elektroautos tragen dazu bei, dass trotz technischer Fortschritte in der Reifenentwicklung mehr Gummi abgerieben wird. Auch das Fahrverhalten spielt eine Rolle: Starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen erhöhen den Abrieb erheblich.
Die Gute Nachricht
Kommunen können aktiv gegen diesen Abrieb arbeiten. Tempo-30-Zonen senken nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch den Reifenabrieb. Kreisverkehre verhindern häufiges Anfahren und Abbremsen, wodurch weniger Abrieb entsteht. Einige Städte testen gewichtsabhängige Parkgebühren, um schwerere Fahrzeuge zu reduzieren. Zudem sollen ab 2028 verbindliche Grenzwerte für Reifenabrieb in der EU eingeführt werden.
Das bedeutet für uns Anwohner: Jede Autofahrt, jede Kaufentscheidung und jede Stimme bei Wahlen beeinflusst dieses Thema. Wie unsere Gemeinden Straßen planen und Verkehrsmaßnahmen umsetzen, hat direkte Auswirkungen auf Mikroplastik in unseren Feldern und im Grundwasser.




